
Ursachen und Maßnahmen für den feuchten Keller
Egal ob Waschkeller, Hobbykeller oder nur ein Lagerraum – Feuchtigkeit kann in jedem Keller auftreten. Dann ist rechtzeitiges Handeln gefragt, um Bewohner und Bausubstanz vor Schäden zu schützen.
Um herauszufinden, ob für Ihr Haus ein Hochwasserrisiko besteht, gibt es diverse Möglichkeiten. Unser Hochwasser Check verschafft Ihnen einen Überblick. Wir erklären die wichtigsten Hochwasser-Informationssysteme und geben weitere hilfreiche Tipps!
Hochwasser und Starkregen kündigen sich meist im Vorfeld an. Deshalb: Falls Sie es noch nicht getan haben, dann laden Sie sich eine kostenlose Katastrophen-Warn-App auf Ihr Handy herunter. So erhalten Sie unmittelbar eine Alarm-Meldung auf Ihr Handy, wenn in Ihrer Region Gefahr im Verzug ist. Das gilt auch für gefährliche Wetterlagen.
Übrigens: Alle Apps sind in einer gut nutzbaren Version kostenlos, auf die Wunschregion einstellbar und für die gängigen Handy-Betriebssysteme verfügbar.
Das ist eine App, die vor Unwettern und Gefahrensituationen warnt. Die App funktioniert auch über das Cell-Broadcast-System – das bedeutet, die App schickt eine Warn-Textnachricht an alle Handys, die sich in einer Funkzelle mit Gefahrenpotenzial befinden. Das funktioniert auch bei älteren Handys mit SMS.
Ebenfalls eine Warn-App für Gefahren, Hochwasser und Wetterereignisse. Die App NINA wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt. Sie ist ebenfalls an das Cell-Broadcast System angeschlossen und regional nutzbar.
Das Kürzel BIWAPP steht für „Bürger Info & Warn App“. Hier wird man regional zu vielen ungewöhnlichen Ausnahmesituationen wie Bränden, Blitze, Verkehrsmeldungen oder Schulausfälle informiert. Die Bürger-App bietet eine hohe Regionalität auch die Möglichkeit, für Einzelne selbst Meldungen zu erstellen.
Das ist die App des Deutschen Wetterdienstes und sie bietet alles zu Warnlagen in puncto Wetter und Klimafolgen. Einige Kartenfunktionen mit längeren Vorhersagen müssen für die Vollversion der App einmalig kostenpflichtig freigeschaltet werden.
Folgende Standortfaktoren sind ein generelles Risiko:
Ein wichtiger Baustein, um sich vor dem Hochwasser-Risiko abzusichern, ist der passende Versicherungsschutz. Gegen höhere Gewalt wie Überflutungen, Hochwasser, Starkregen oder Blitzeinschlag greift häufig nur die Elementarschadenversicherung. Wer allerdings im absoluten Risikogebiet wohnt, der hat wenig Chancen, eine solche Versicherung abzuschließen. Die Anbieter ermitteln das Hochwasser-Risiko der Hauseigentümer über das so genannte ZÜRS-System. In diesem Artikel erfahren Sie mehr dazu, wie das ZÜRS-System funktioniert und welche Dinge bei der Elementarschadenversicherung zu beachten sind.
Kommunen und Behörden haben das Risiko von Unwettern in Zeiten des Klimawandels erkannt und arbeiten an der Darstellung von Hochwasser-Gefahrenkarten und Checklisten. Dazu führen sie Daten von Pegelständen, Klimamodellen und geologischen Auswertungen zusammen und entwickeln daraus Info-Tools für Bürger und Bürgerinnen zur Risikobewertung von Hochwassergefahren. Hier stellen wir Ihnen einige hilfreiche vor:
Ein besonders wertvolles Tool ist der Wasser-Risiko-Check, ursprünglich entwickelt von den Kölner Stadtentwässerungsbetrieben. Der Check basiert auf einem kostenlosen Fragebogen mit 29 Fragen. Anhand der Fragen – etwa zum Grundstück, zur Bauweise des Hauses oder zur Grundwassersituation – wird das individuelle Wasser-Risiko einer Immobilie ermittelt. Man sollte sich also vorher schon mal ein bisschen mit einigen Kenndaten des eigenen Hauses beschäftigt haben, aber nicht jede Frage muss zwingend beantwortet werden.
Am Ende des Checks erhalten Sie ein PDF mit vielen praktischen Tipps, wie Sie Ihre Immobilie oder das Grundstück besser gegen Hochwasser, Starkregen oder Überschwemmungen schützen können. Das Ganze ist gezielt auf Ihre Adresse abgestimmt. Das PDF enthält Anleitungen mit Bildmaterial sowie praktische Handreichungen zur Wasser-Risiko-Minimierung. Enthalten sind Beispiele zur Dachgestaltung, Sickergruben, Aufstellung von Regentonnen, Mauergestaltung zur Wasserabwehr, wasserabweisende Baustoffe, Einbau von Wannensystemen, Aufstockungen von Eingangstüren etc.
Leider sind bis jetzt (Stand 2024) nur sieben Städte in diesen Wasser-Risiko-Check eingebunden. Folgende Kommunen bieten den Check an: Bergisch Gladbach, Bornheim, Duisburg, Essen, Köln, Mülheim an der Ruhr, Troisdorf. In Zukunft sollen weitere Städte in NRW hinzukommen.
Fazit: Super praktischer und kostenloser Check, ganz individuell auf die eigene Adresse bzw. Immobilie abgestimmt. Am Ende der Online-Befragung hat man ein Papier mit individuellen Tipps in der Hand. Das ist eine wertvolle Handreichung, die nicht nur Immobilienbesitzer, Hauskäufer sondern auch Architekten oder Bauingenieure als Grundlage für ihre Baumaßnahmen nützen können. Leider ist der Check noch nicht überall verfügbar.
Link zum Wasser-Risiko-Check: https://www.wasser-risiko-check.de/
Wer sich schnell ein Bild von der Hochwasser-Lage in NRW machen möchte, der ist mit dieser Website des Lanuv (Landesverband für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) gut aufgehoben. Unter dem Menüpunkt Messwerte wird eine übersichtliche Karte von NRW mit seinen Flüssen und Fließgewässern gezeigt. Vom großen Fluss Rhein bis zu kleinen Bachläufen werden über 300 Pegelmesspunkte dargestellt. Ein Ampelsystem veranschaulicht dazu die Warnstufen in puncto Wasserstand, Niedrigwasser und Niederschlag (rot schlimm, grün okay). Außerdem können Sie über eine Filterfunktion nach Gewässern und Einzugsgebieten einzeln suchen.
Fazit: Gutes Tool, übersichtlich und einfach gestaltet, für Laien verständlich
Hochwasserportal: https://hochwasserportal.nrw/lanuv/webpublic/index.html#/overview/Wasserstand?period=P7D
Der Verein Hochwasser Kompetenz Zentrum (HKZ) bündelt Fachwissen und Informationen zum Thema Hochwasser und Starkregen. Ziel ist es, deutschlandweit ein Netzwerk für Betroffene aufzubauen, Tipps, Forschung und Vorsorge zum Thema Hochwasserrisiko zu bieten. Schon jetzt bietet der Hochwasserpass umfangreiche Tipps und Checks für jetzige und zukünftige Haus- und Grundstücksbesitzer an. Wer sich anmeldet, erhält zum Beispiel ein White-Paper mit einfachen Handlungstipps zu den Themen Hochwasser, Starkregen, Kanalrückstau zum Download. Außerdem gibt es einen Quick-Check für Standorte bzw. Immobiliengrundstücke, bei dem anhand von Fragen das Hochwasser-Risiko ermittelt werden kann.
Fazit: Hilfreiches Tool mit grafisch gut aufbereiteten Tipps, die schnell zu erfassen sind. Besonders erwähnenswert ist der Quick-Check als interaktives Element zur Ermittlung des eigenen Hochwasser-Risikos. Einfach und kostenlos.
Hochwasser-Pass: https://www.hochwasser-pass.info/
Für Immobilienbesitzer oder Käufer ist dieses Portal mit dem komplizierten Namen besonders wertvoll, weil es jetzige und zukünftige Naturkatastrophen in ganz Deutschland gut visualisiert. Es wird vom Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung betrieben, das auch auf Daten von Rück-Versicherern zurückgreifen konnte. Wenn Sie wissen wollen, wo zum Beispiel in Deutschland viel Starkregen fällt – und wie es sehr wahrscheinlich im Jahr 2050 dort aussieht – dann klicken Sie auf den Button mit einer Regenwolke neben der Karte. Schon wird eine Tendenz sichtbar. Das Ganze ist auch für Wind, Starkregen, Erdbeben, Hagel, Waldbrand, Hitze, Schneelast möglich.
Fazit: Sehr gute Karte mit übersichtlichen Darstellungen und einfacher Bedienung. Allerdings ist die genaue Suche nach einer bestimmten Adresse mit der zugehörigen Prognose nur mit einer Registrierung möglich.
GIS-ImmoRisk: https://gisimmorisknaturgefahren.de
Dieses Portal ist deutlich komplexer und bietet viel Kartenmaterial zu zahlreichen Kategorien auf Deutschland bezogen. Darunter Wetter, Gesellschaft, Landwirtschaft, Energie und Umwelt. Um sich Starkregenereignisse oder potenzielle Überflutungsgebiete deutschlandweit anzusehen, muss man den Menüpunkt “Klima und Wetter“ anklicken. Dort kann man sich verschiedene Regionen nach Szenarien (hohe Überschwemmung, besonders seltene Hochwasserereignisse) anzeigen lassen. In der Legende sieht man, welche Farben was bedeuten. Es ist auch möglich, spezifisch nach dem Überschwemmungsrisiko für die eigene Adresse suchen.
Fazit: Mit ein wenig Geduld und Ausprobieren können Sie sich diverse Szenarien für Ihren Wohnort ansehen. Die grafische Darstellung macht schnell deutlich, ob Sie häufiger mit Starkregen rechnen müssen oder nicht. Nicht so benutzerfreundlich.
Geoportal: https://geoportal.de/map.html
Wie stark Anrainer von Lippe und Emscher vom Hochwasser betroffen sein können, das ermittelt der Flood Check für sieben Städte in der Region. Das Info-Tool ist als App und Website benutzbar. Man kann dort seine Adresse eingeben oder seinen Standort freigeben - und erhält einen individuellen Check für das Hochwasser- und Starkregen-Risiko am Haus. Ein kurzer Fragebogen rund um die Risiken an Gebäude und Keller sollen für die Gefahren sensibilisieren. Wer ein erhöhtes Risiko hat, der kann einen lokalen Experten in der Online-Datenbank finden und direkt einen Termin zum Hochwasser-Check vor Ort vereinbaren. Am Ende der Untersuchung soll ein individueller Hochwasser-Pass vorliegen. Derzeit sind sieben Städte an den Flood-Check angeschlossen: Bottrop, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Gladbeck und Herten.
Fazit: Regional hilfreich durch die Liste der Experten. Aber: Mitunter sind die Karten-Auswertungen für den Standort nicht sehr einfach zu verstehen. Auch ist wenig transparent, wie man zum Hochwasser-Pass kommt.
Übrigens: Der Verband Wohneigentum bietet Mitgliedern eine kostenlose Bauberatung an. Unsere Architektin steht für Rückfragen zur Verfügung. Sie sind noch kein Mitglied? Melden Sie sich jetzt an – und genießen Sie als Mitglied jede Menge Vorteile rund um Haus und Garten.
Es ist mittlerweile fast überall spürbar, dass sich unser Planet mitten im Klimawandel befindet und damit leider mehr Wetterextreme einhergehen. Tatsächlich wurde 2023 ein neuer CO2-Höchstwert in der Atmosphäre gemessen, dadurch verschärft sich der Treibhauseffekt. Heißt: Der Planet heizt sich in einem beschleunigten Tempo auf. Das Risiko: Jedes Zehntel Grad mehr führt ab einem globalen Temperaturanstieg von über 1,5 Grad zu einer nicht mehr kompensierbaren Erderhitzung – und damit in Zukunft zur Gefährdung der Menschheit durch Hitze, Dürre und Überschwemmungen. Die Gleichung der Klimaforscher ist dabei eigentlich einfach und logisch: Je mehr warme Energie in der Luft ist, umso mehr Starkregen und Extremwetter wird es geben. Seit 2018 nimmt die Zahl der Hitzesommer in Deutschland und Europa zu. Gleichzeitig steigt die Zahl an Extremwetterereignissen wie Starkregen, Gewitter und Wind. Die Vorhersage für einzelne Starkregen-Ereignisse ist allerdings lokal sehr schwierig, weil sie sich urplötzlich entwickeln. Das ZDF bietet folgende Auswertung: „Daten aus einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zeigen: Besonders im Süden Deutschlands und in der Region rund um die Stadt Hagen in Nordrhein-Westfalen häuften sich in der Vergangenheit die Tage mit Starkregen – also Tage, an denen mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen ist.“ Hochgerechnet versprechen diese Daten also nichts Gutes. Eine gute Vorbereitung ist umso wichtiger.